Komplementüberaktivierung

Das Komplementsystem spielt eine entscheidende Rolle bei unserer Immunantwort, aber eine Überaktivierung kann nachteilig sein und ist mit mehreren schweren Krankheiten verbunden, einschließlich Geographischer Atrophie.1

Geographic Atrophy

Die schädigenden Auswirkungen der Komplementüberaktivierung bei Geographischer Atrophie

Die schädigenden Auswirkungen der Komplementüberaktivierung bei Geographischer Atrophie

Eine Überaktivierung des Komplementsystems wurde mit dem Verlust von Netzhautzellen und der GA in Verbindung gebracht, bei der Läsionen zum Absterben von RPE- und Photorezeptorzellen in der Makula führen.2

Was ist das Komplementsystem?

geographicatrophy.eu - Menschen-Symbol

Das Komplementsystem ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Immunabwehr. Bei gesunden Menschen sorgt das Komplementsystem für die Zerstörung und Beseitigung von Krankheitserregern oder körpereigenen Zellen, die beseitigt werden müssen. Es verfügt auch über entzündungsfördernde Eigenschaften.3

geographicatrophy.eu - Schildsymbol

Die Komplementaktivierung wird reguliert, um eine Überaktivierung zu vermeiden und den Körper vor unangemessenen Immunangriffen zu schützen. Wenn die Regulation gestört ist, kann eine Überaktivierung der Komplementkaskade zu Entzündungen und unangemessener Zellzerstörung führen.3

geographicatrophy.eu - Drei Signalwege-Symbol

Drei Signalwege konvergieren mit der Spaltung des Komplementfaktors C3, der Entzündungen induziert und Zellen für Phagozytose kennzeichnet (Zerstörung durch spezielle weiße Blutkörperchen). Die Komplementkaskade setzt sich mit der Spaltung des Komplementfaktors C5 fort, der den Zelltod durch Phagozytose, Entzündung und schließlich die Aktivierung des Membranangriffskomplexes (MAC) auslöst, der Schäden und Zelltod verursacht.3

Folgen der Komplementüberaktivierung bei GA2,4,5

Die nachfolgende Grafik und die Videos fassen die Folgen der Komplementüberaktivierung bei Geographischer Atrophie zusammen.

Die Komplementkaskade und ihr therapeutisches Potenzial bei Geographischer Atrophie

Alle drei Komplementwege konvergieren bei C3; es löst mehrere schädigende nachgeschaltete Effekte aus, wodurch es zu einem attraktiven therapeutischen Ziel wird.6 Dieses Potenzial wurde bereits in Studien nachgewiesen, in denen bei Patienten mit Geographischer Atrophie ein klinischer Nutzen beobachtet wurde.7

Daher könnte die gezielte Beeinflussung der Komplementkaskade, insbesondere auf der Ebene von  C3, eine Behandlungsoption für Menschen mit Geographischer Atrophie bieten.7

Mehr über das Komplementsystem

Die folgende Videoreihe bietet einen umfassenderen Überblick über das Komplementsystem und seine Rolle bei der altersabhängigen Makuladegeneration.

Referenzen

  1. Liao, D.S, et al. (2020). Complement C3 Inhibitor Pegcetacoplan for Geographic Atrophy Secondary to Age-Related Macular Degeneration. Ophthalmology, 127(2), pp.186–195. doi:10.1016/j.ophtha.2019.07.011..
  2. Katschke, K.J. et al. (2018). Classical and alternative complement activation on photoreceptor outer segments drives monocyte-dependent retinal atrophy. Scientific Reports, [online] 8(1), p.7348. doi:10.1038/s41598-018-25557-8.
  3. Murphy K, Weaver C. Innate immunity: the first lines of defense. In: Janeway’s Immunobiology. 9th ed. London, UK: Garland Science; 2016
  4. Mastellos, D.C. et al. (2017). Complement C3-Targeted Therapy: Replacing Long-Held Assertions with Evidence-Based Discovery. Trends in Immunology, [online] 38(6), pp.383–394. doi:10.1016/j.it.2017.03.003.
  5. Ricklin, D. (2016). Complement component C3 – The ‘Swiss Army Knife’ of innate immunity and host defense. Immunological Reviews, 274(1), pp.33–58. doi:10.1111/imr.12500.
  6. Sahu, A. (2001). Structure and biology of complement protein C3, a connecting link between innate and acquired immunity. Immunological Reviews, 180(1), pp.35–48. doi:10.1034/j.1600-065x.2001.1800103.x.
  7. Kim, B.J. et al. (2020) Mastellos DC, Li Y, Dunaief JL, Lambris JD. Targeting complement components C3 and C5 for the retina: Key concepts and lingering questions. Prog Retin Eye Res. 100936 doi: 10.1016/j.preteyeres.2020.100936.

EU-GA-2200013